Vechelade
© Copyright & Design by Vechelade.eu  2014 
next next Home Home
Eine geheimnisvolle Weidenkirche, versteckte Liebeslauben, seltene Tier- und Pflanzenarten. Dieter Schlichtmanns außergewöhnliches Biotop am Rande der Ortschaft Vechelade könnte locker Kulisse für einen Fantasiefilm abgeben. Es ist aber auch ein Paradebeispiel für Artenvielfalt. Ein Bericht der Peiner Allgemeinen Zeitung über ein tollen und wunderschönen Fleck am Rande von Vechelade. “Die Natur führt die Regie und nicht der Mensch”. Nach diesem Leitspruch bewirtschaftet Dieter Schlichtmann sein extravagantes Biotop, das am Ortsausgang Richtung Wahle liegt. Er nennt es das Natureum - angelehnt an das lebende Museum an der Niederelbe. Allein 200 Rosenarten gedeihen auf dem etwa 5000 Quadratmeter großen Flurstück in Vechelade, 70 davon sind Wildrosen. “Es gibt insgesamt nur 100 Wildrosenarten”, sagt Dieter Schlichtmann nicht ohne Stolz. Die grüne Oase sei zudem Heimat für rund 60 Wildbienenarten. Der neueste Streich des Naturliebhabers: ein Storchennest, das sich auf einem 13 Meter hohen Mast befindet. Die Idee dazu hat sein Bekannter Hans Fenske, dem der Storchenhorst in der Aue-Niederung bei Vechelde aufgefallen war. Der 64-Jährige hatte sich daraufhin gefragt, ob so etwas nicht auch in Vechelade möglich ist. Gesagt getan. Jetzt warten die beiden darauf, das sich dort eine Storchenfamilie niederlässt. Gleich am Eingang des wundersamen Biotops werden Besucher von kleinen bunten Figuren und Schildern begrüßt. Dieter Schlichtmann hat diese im Laufe seiner 15-jährigen Tätigkeit als Mülldetektiv gesammelt und jetzt quasi wiederverwertet. Auch der Altar der Weidenkirche, die sich unter zusammengebundenen Ästen befindet, ist mit Fundstücken gespickt. Im Herbst, wenn die Blätter gefallen sind, bietet die Naturkirche natürlich keinen Schutz vor Regen oder vor neugiriegen Blicken. Ähnlich verhält es sich mit den Liebeslauben, die mit Sitzgelegenheiten ausgestattet sind. “Die Leute sollen sich wohlfühlen. Darauf lege ich großen Wert”, sagt Dieter Schlichtmann. Und so steht auf jedem der zahlreichen Tische in dem Garten eine Schale mit Äpfeln, daneben liegt ein Messer zum Aufschneiden. Je weiter man in das Natureum vordringt, desot stärker wird der Duft der zahllosen Pflanzen. Selbst im Herbst stehen dort noch viele Gewächse in Blüte. Eine der ungewöhnlichsten Pflanzen ist die extrem giftige Zaunrübe. Diese wird von einer speziellen Wildbienenart bestäubt, die es in dem Biotop seit Kurzem wieder gibt. “Für mich ist das ein Zeichen, dass man die Natur wieder zurückholen kann, obwohl es in Sachen Umweltschutz längst fünf vor zwölf ist.” Dieter Schlichtmann, im Hadelner Land groß geworden, ist ein heimatverbundener Mensch. Und so gibt es in seinem Natureum auch rund 40 alte Apfelsorten. Nur das Wasser fehlt ihm in seinem Biotop ein wenig. Aber alles kann man eben nicht haben. Das Wichtigste ist ihm, dass dort, an dem idyllischen Fleck Erde die Natur die Regie führt. Natureum Biotop war Dieter Schlichtmann ein „zu abgenutzter Begriff“, deshalb nannte er das Stück Land am Rande Vechelades Natureum. Vorbild ist das lebende Museum an der Niederelbe. Anfang der 90er- Jahre entdeckte er das Flurstück, das seinerzeit eine Art Schrottplatz für landwirtschaftliche Geräte war. In akribischer Kleinarbeit ermittelte er die Gemeinde Vechelde als Besitzerin und pachtete das Land schließlich. Zwei Jahre lang dauerten die Aufräumarbeiten, ehe Schlichtmann mit der Bepflanzung beginnen konnte. In nur zehn Jahren hat sich das Biotop zu einer einzigartigen Oase für Pflanzen und Tiere entwickelt. Eidechsen, Mauswiesel, Blindschleichen, Wildbienen und Schmetterlinge haben sich dort niedergelassen. Einmal, sagt Schlichtmann, habe sich sogar ein Rebhuhn in den Garten „verirrt“. Besonders stolz ist der 67-Jährige auf die rund 200 Rosenarten in seinem Natureum. Besonderen Wert legt der Naturliebhaber auf die Feststellung, dass in dem Biotop alles in Absprache mit der Umweltbeauftragten der Gemeinde Vechelde, Gabriele Helling geschieht. Schlichtmann empfängt regelmäßig Besuchergruppen in dem Biotop. Die Abteilung Gesellschaftstanz des MTV Vechelde richtet dort seit einigen Jahren sein Sommerfest aus.
Das Natureum II